Bach und Händel eröffnen Euroconcert

von Lluis Trullén

Mit dem Bach Consort Wien, dem Countertenor Carlos Mena und dem Tenor Daniel Johannsen eröffnete Euroconcert seinen Konzertzyklus im Palau mit einem Programm, das der Musik von Bach und Händel gewidmet war.

Bei seinem ersten Auftritt auf der Iberischen Halbinsel zeigte das Bach Consort Wien sein gesamtes musikalisches Talent, das ihm, trotz seines kurzen Bestehens von nur vier Jahren, einen vorrangigen Platz in der Welt der Alten Musik eingeräumt hat.

All seine Mitglieder treten regelmäßig als Solisten auf und spielten in den wichtigsten europäischen Barockorchestern; das hohe Niveau jedes dieser Musiker ist unentbehrlich, um die kammermusikalischen Aufführungen von konzertanter Barockmusik wirkungsvoll zu Geltung zu bringen.

Die Instrumentalbegabung des Ensembles gepaart mit jener für Bach so unerlässlichen technischen Perfektion und konzeptuellen Klarheit eroberte das Publikum im Palau. Der Fluss, die Vitalität, die Vorliebe zum Kontrast und die Feinheit im Ausdruck ermöglichten einen hohen musikalischen Genuss von Bachs Suite Nr. 1 und dem Cembalokonzert BWV 1058.

Ebenso aufschlußreich wurde die Suche nach einem ausbalancierten, aber zugleich kontrastreichen Klangbild in den Versionen der Kantaten von Bach und Händel, die der Tenor Daniel Johannsen sowie der Countertenor Carlos Mena anboten. Es wird sich lohnen, die Karrieren beider Sänger, 1971 und 1978 geboren, weiterhin zu verfolgen. Aufgrund Ihres besonderen Timbres und einer zweifelsfreien Technik konzertierten sie bereits mit wichtigen Ensembles und erlangten große internationale Anerkennung.

Der Countertenor, geboren in Vitoria, arbeitet regelmäßig mit Ensembles wie Hesperion XX, la Capilla Real, Ensemble Gills Binchois und Il Seminario Musicale zusammen. Er erlangte mit seiner wunderschönen Stimme, die sich, ausgeglichen im gesamten Stimmumfang, durch eine ausgesprochene Tragfähigkeit und Klarheit bis in die Koloraturen auszeichnet, im Palau einen neuen Erfolg in seiner steilen und ruhmreichen Karriere.

Bei Daniel Johannsen muss man hervorheben, dass seine Stimme, aufgrund der Farbe und der Leichtigkeit, mit der er alle Höhen erreicht, optimal ist, um den komplexesten Rollen des Barockoratoriums gerecht zu werden. Mit einer Karriere die 1999 begann, folgte schon im Jahr 2000 ein Engagement von Nikolaus Harnoncourt, und seit diesem Zeitpunkt ermöglichten seine Auftritte im Kanada und zahlreichen Bühnen Europas eine der vielversprechendsten (defacto schon verwirklichten) Stimmen für Barockmusik und gewisses klassisches und romantisches Repertoire zu bewundern.

Catalunya Musica, Revista Musical Catalana vom November 2003

Fenster schließen

» Fenster schliessen