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Junger Impuls für Bach
von Pau Nadal
Mit dem Saison-Eröffnungsabend des Konzertzyklus "Euroconcert" wurde wieder einmal bewiesen, dass man in Barcelona nicht 160 Euro ausgeben muss, um ein sehr gutes Konzert zu hören. Dazu führen eine erlesene Programmgestaltung und die Auswahl solider Interpreten, obwohl die zu Verfügung stehenden Mittel eher knapp bemessen sind.
Das Eröffnungskonzert folgte dieser Linie. Erstens, weil Bach und Händel, wenn sie entsprechend interpretiert werden immer für Qualität bürgen - diesmal mit zwei Instrumental- und fünf Vokalwerken (Arien und Kantaten), aber auch, weil die Präsentation des jungen Bach Consort Wien eine angenehme Überraschung bedeutete; jung nicht nur wegen der kurzen Existenz des Ensembles (es wurde 1999 gegründet), sondern auch aufgrund des Alters der Mitglieder, die den fünf Werken von Bach (als König des Programms, in dem Händel, mit nur zwei Werken vertreten, eine Art Luxusgast war) einen jugendlichen Elan zu verleihen wussten, weit weg von jeglichem starrem Akademikertum.
Der Bach Consort, je nach Werk von neun bis fünf Mitgliedern vertreten, spielte mit bewundernswerter Reinheit, Ausgeglichenheit und Konsequenz, eigentlich eine Seltenheit bei derart jungen Künstlern und Ensembles. Schade nur, daß im Text des Abendprogramms die Namen der als Solisten auftretenden Gruppenmitglieder nicht erwähnt wurden; sie hätten es verdient, insbesondere der ausgezeichnete Cembalist, der mit dem Konzert in g-moll von Bach brillierte.
Gemeinsam mit dem Ensemble konzertierten der Wiener Tenor Daniel Johannsen (etwas ungleich in der Tragfähigkeit, aber mit schöner Stimme und sorgfältiger Phrasierung) und der baskische Countertenor Carlos Mena, der eine lupenreine Technik, ein feines musikalisches Gespür und eine besonders große Stimme besitzt.
Obwohl das Programm etwas eintönig hätte erscheinen können, wurde es vom Publikum nicht so empfunden. So schenkte es mit Recht allen Interpreten einen herzlichen Beifall.
El País vom 24. Oktober 2003
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