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Konzertrezension: Salomons Reise

vom Freitag, 3.2.2017

Großer Saal Mozarteum
Schwarzstrasse 26
5020 Salzburg

mit
Bach Consort Wien
Rubén Dubrovsky (Dirigent)
Christiane Karg (Sopran)
Michael Schade (Tenor)
Manuel Walser (Bariton)
Florian Teichtmeister (Rezitation)

 

Geschnittene Nudeln, zerpflückte Rosen

MOZARTWOCHE / SALOMONS REISE
05/02/17 In der Postkutsche reiste man nach Prag - kräftig geschüttelt, nicht gerührt. Im Flugzeug flog man zurück nach Wien, vielleicht aber auch direkt nach London. Dazwischen kam das Ritterschwert zur Anwendung. Das weiße Papiersackerl war nur auf der Hinfahrt nötig, natürlich dem Tenor, dem man auch sonst vieles nachsehen muss: „Er liebt die geschnittenen Nudeln zu sehr.“
Von Heidemarie Klabacher

Eine poetisch musikalische Gedankenreise – zur großen Gedenkstunde in Prag wenige Tage nach Mozarts Tod – hat man erwartet. Geworden ist es ein etwas schriller Klamauk inklusive Harnisch, Schwert und Dinosaurier. Mit wie wenigen Griffen in die Klamottenkiste man Klamotte machen kann, das erstaunte schon sehr am Samstag (3.2.) bei der Matinee „Salomons Reise“. Doch zugleich staunte man darüber, mit wie wenigen Gesten und Blicken eine große Sängerin und zwei große Sänger die farbige Intensität ganzer Opernszenen atmosphärisch in den Raum zaubern können.

Die angekündigten Sänger Schade, Karg und Walser wurden gnadenlos von der Bühne weg gefeuert: Dafür sorgte der Impresario Johann Peter Salomon in Gestalt des Schauspielers Florian Teichmeister. Kurzfristig engagiert wurden dafür Valentin Adambeger, Nancy Storace und Francesco Benucci, die größten Stars der Mozartzeit: Sie waren die von Mozart geliebten und verehrten Sänger in den Uraufführungen von „Don Giovanni“ oder „Figaro“ oder „Così“.

Michael Schade sang die Arie des Don Ottavio „Dalla sua pace“ aus „Don Givovanni“. Es ist immer wieder ein Erlebnis, ja ein Staunen, Michael Schade zu hören und den weichen und zugleich strahlenden Klang zu erleben, den er seiner Stimme auch in den höchsten Lagen mit schierer Leichtigkeit zu verleihen weiß. Christiane Karg gab dazu nur eine stumme Donna Anna, aber ihre Präsenz und Ausstrahlung verliehen der fragmentarischen Szene die Intensität einer „echten“ Opernszene.

Eine solche gestaltete die Sopranistin mit Rezitativ und Arie der Susanna „Deh vieni non tardar“, der „Rosenarie“ aus „Le Nozze di Figaro“. Der Bariton Manuel Walser trumpfte buffonsek überzeichnet mit der Arie des Guglielmo „Rivolgete a lui lo sguardo“ aus „Così fan tutte“ auf. Und als Karg und Walser das Duettino Susanna/Graf „Crudel! perchè finora“ aus dem „Figaro“ sangen und der verunsicherte Dritte im Hintergrund eine Rose zerpflückte – Sie liebt mich, liebt mich nicht – war auch das bewegend.

Weil der kapriziöse Tenor dann unbedingt „was Deutsches“ singen wollte, ließ ihm der Impresario Mozarts Arie für Tenor „Müsst ich auch durch tausend Drachen“ KV 435 durchgehen: „Wann kommen die noch auf die Idee, die 'Nibelungen' zu vertonen“, fragte sich der umtriebige Veranstalter und Agent Salomon. Er drückte mit den Worten „Wenn schon Deutsch, dann aber richtig“ dem Sänger ein mächtiges Ritterschwert in die Hand...Die poetische Anfangsszene am „Grabe“ Mozarts (welches in Prag erst jüngst aufgefunden wurde) mit den leitmotivischen weißen Rosen war zu diesem Zeitpunkt längst vergessen. Das dramaturgische Konzept war ein Gemeinschaftsprodukt, Regie führten Veronika Zimmermann und Alexander Hauer.

Bei allen singenden Stars von Gestern und Heute: Der Star der Matinee war das „Bach Consort Wien“ unter der Leitung von Rubén Dubrovsky. Das Barockensemble und sein Leiter haben mit ihrem so beredeten wie unprätentiösen Originalklang eine Visitenkarte abgeworfen, die bald zu einem vollwertigen Engagement führen möge. Das war ein pulsierender facettenreicher Mozartklang, berstend von Energie und vorwärts drängender Verve, aber ganz ohne alttönerisches Forcieren nur um des Forcierens willen. Rubén Dubrovsky und die Seinen überzeugten – in der Begleitung der Gesangsstücke und in „umrahmenden“ Sinfoniesätzen – mit präziser, organisch atmender Phrasierung, mit harmonisch aufgebauten Entwicklungen in Agogik und Dynamik – und mit virtuosen Einzelleistungen in den Instrumentalsoli. Diese Orchesterqualität verlieh der dramaturgisch disparaten semi-szenischen Produktion Rundung und Halt.

-> zum Originaltext

 

 

MESSIAH - CD bei Gramola erschienen


G.F. Händel setzte „Messiah" stets in der Fasten- oder Osterzeit auf den Spielplan,
schon jetzt ist die Doppel-CD bei Gramola erhältlich. Die internationale Veröffentlichung erfolgt Anfang März 2017.




MESSIAH

Oratorium in drei Teilen, HWV 56 (1742)
Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto basierend auf Bibeltexte in englischsprachiger Zusammenstellung von Charles Jennens

mit
Bach Consort Wien
Rubén Dubrovsky, musikalische Leitung

Hanna Herfurtner, Sopran
Gaia Petrone, Mezzosopran
Michael Schade, Tenor
Christian Immler, Bariton

Salzburger Bachchor
Alois Glaßner, Einstudierung



Online ist VIDALA erhältlich:
Gramola Online-Shop -> tinyurl.com/bcw-messiah

und im Gramola-Detailgeschäft:
Graben 16, 1010 Wien
Telefon: +43 1 533 50 34

Öffnungszeiten:
Mo-Mi: 9.30 – 18.30
Do-Fr: 9.30 – 19.00
Sa: 9.30 – 18.00


Die vorliegende Konzerteinspielung erfolgte im Rahmen des Osterkonzert des Bach Consort Wien 2016 am 19.März in der Basilika Stift Klosterneuburg.

 

 

Bach to the Roots

von Leipzig nach Afrika

Der Konzertfilm aus der Hofburgkapelle Wien, der Zacherlfabrik und dem Wiener Konzerthaus. Das Bach Consort Wien spielt Werke von J.S. Bach, Antonio Vivaldi, Tarquinio Merula, und traditionelle argentinische Musik.

Eine Spurensuche entlang der Wurzeln der europäischen Barockmusik: mit Bernarda Fink, Francisco Brito und dem Bach Consort Wien unter der Leitung von Rubén Dubrovsky. TV-Erstausstrahlung: Samstag, 5. Dezember 20:15 Uhr - 3sat

 

 

BACH TO THE ROOTS ist eine Spurensuche aus der Perspektive von Dirigent und Forscher Rubén Dubrovsky, der die zwei Welten - argentinische Volksmusik und europäische Barockmusik - gegenüberstellt, Gemeinsamkeiten feststellt und Einflüssen bis nach Afrika nachgeht.

Die musikalischen Beiträge dazu kommen aus der Zacherlfabrik, dem Wiener Konzerthaus und der Hofburgkapelle Wien. Zu Wort kommen der Musikethnologe und Afrika-Spezialist Dr. Gerhard Kubik, der Ö1-Musikjournalist Albert Hosp und der Leiter des Bach Consort Wien und Chicago Bach Ensemble, Rubén Dubrovsky. Die Gesangssolisten Bernarda Fink und Francisco Brito beeindrucken mit ihren Darbietungen.

Bach Consort Wien - mit  Agnes Stradner, David Drabek, Daniele Caminiti, Mirko Arnone, Roberto Sensi, Martín Bruhn, Dmitry Bondarenko und Rubén Dubrovsky, Leitung


Alle Informationen zum CD-Album VIDALA und zum Konzertfilm: www.b2tr.com

 

 

VIDALA - Argentina and Roots of European Baroque

Nach langer Wartezeit ist unsere CD Vidala endlich erschienen!

 

 

 

Online ist VIDALA erhältlich bei

Gramola - bit.ly/1OUJFqj
jpc.de - bit.ly/1I5edFj
Amazon - amzn.to/1K4Rt1U (wieder erhältlich!!!)

 

Im 16. Jahrhundert begegnen sich in Lateinamerika drei Kulturen: Ureinwohner, spanische Eroberer und afrikanische Sklaven. Von Argentinien bis Mexico entstehen explosionsartig neue Tänze mit aufregenden Namen: Sarabanda, Chacona, Zamacueca, Pasacalle und Folia.

Als blinde Passagiere reisen diese Tänze mit der Kolonialbeute zurück nach Spanien und ganz Europa. Die Vermischung der Kulturen nimmt ihren Lauf. Während die feurigen Tänze bald in Vergessenheit geraten, bleiben sie in Argentinien in Form raffinierter Volksmusik lebendig und lehren uns viel über die ursprüngliche Art des Musizierens und des Instrumentenbaus in der Barockzeit. Diese Wurzeln bringt das Bach Consort Wien unter der Leitung von Rubén Dubrovsky in den Konzertsaal und auf diese CD.

 

 

Termine / Tickets

06.03.2017

Oreste - G.F. Händel »

Neuproduktion des Theater an der Wien

06.04.2017

Musica sacra: Hommage à Antonio Vivaldi »

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fälschlicherweise G.F. Händel zugeschrieben

Projekte

Ein Auszug aus Konzertprogrammen und Projekten mit Informationen zu Gastsolisten und Besetzung
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Konzerte

Eine Übersicht der Projekte und Konzerte des Ensembles an den verschiedenen Spielstätten
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Gastsolisten

Herausragende Solisten, Sänger und Sängerinnen mit denen das Ensemble gerne zusammenarbeitet
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Downloads

Ensemblebeschreibung sowie Bio Rubén Dubrovsky und Fotos in Druckqualität für Presse und Veranstalter
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Hörbeispiele

Ausschnitte aus Livemitschnitten verschiedener Konzerte zum Anspielen und Reinhören
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